| Die „Asociación Civil de la Colonia Friesland“ ist ein Zusammenschluss der Einwohner Frieslands für zivilrechtliche Angelegenheiten. Es sind zum größten Teil auch die selben Mitglieder der Kooperative. Die Verantwortung des Postens als Präsidenten der „Asociación Civil de la Colonia Friesland“ und der „Soc. Coop. Agr. Friesland Ltda.“ wird von einer Person getragen. Die Ziele der „Asociación Civil“ bestehen unter anderem in gegenseitige Hilfe und Beistand, die Förderung der Erziehung im christlichen Sinn, den kulturellen und wirtschaftlichen Fortschritt der Bürger zu unterstützen, die gesundheitliche Betreuung zu stabilisieren, eine positive Ausstrahlung auf die Bewohner in der Umgebung durch Nachbarschaftshilfe, Förderung der Ausbildung der Jugend usw., auszuüben. Der Verwaltung der „Asociación Civil“ unterstehen die Schulen, Altenheim, Sozialamt, Wegebau, usw. Die sozialen Einrichtungen sind für die Gemeinschaft von großer Bedeutung. Dadurch kann auch eine wirtschaftliche, kulturelle und gesundheitliche Stabilität abgesichert werden. Die Kosten der sozialen Einrichtungen werden durch Beiträge der Mitglieder getragen. |
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Schulen |
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| Schon während den ersten Monaten des Bestehens der Kolonie Friesland wurde der Schulbau mit Hilfe von Gemeinschaftsarbeit in Angriff genommen. Der Unterricht wurde in den jeweiligen Dörfern erteilt. 1965 wurde in 6 Volksschulen in den verschiedenen Dörfern unterrichtet. Die Dorfsgemeinschaften waren auch für den Unterhalt der Gebäude und die Anstellung und Bezahlung der Lehrer verantwortlich. Ab 1976 konzentrierte sich der Unterricht für alle Schüler der Gemeinschaft in der „Mittelpunktschule“ im Dorf Central. Um ein Weiterstudium nach der Grundschulausbildung in der Kolonie zu ermöglichen, wurde schon 1942 eine Mittelschulausbildung – die sogenannte Zentralschulausbildung, angeboten. Die Lehrpläne für den Unterricht wurden unter Berücksichtigung der deutschen und paraguayischen Anforderungen auf gemeinsamen Lehrerkonferenzen mit Fernheim, Menno, Neuland und Volendam erarbeitet. Die Anerkennung und teilweise Eingliederung in das nationales Schulwesen begann 1975. Zwei Jahre später war der 3. Kurs der Mittelschulausbildung vom nationalen Erziehungsministerium anerkannt. 1992 wurde der 4. Kurs von der gleichen Regierungsinstitution anerkannt. Die Schüler konnten nach Abschluss des 4. Kurses im „Colegio Friesland“ ihr Studium in irgend einer nationalen oder privaten Erziehungsinstitution fortsetzen. Die meisten Schüler machen ihr Weiterstudium in Schulen in Asunción, Fernheim und Menno. Dies änderte sich im Jahre 2002. Alle Schüler in Friesland haben heute die Möglichkeit, die 12. Klasse in ihrer Heimatkolonie abzuschließen. Die Schule wird von einem Komitee verwaltet, das aus dem Oberschulzen, dem Oberschulrat mit dem Gehilfen, zwei Gemeindeleiter und dem Schulleiter besteht. Die Kosten der Erziehungsinstitution werden jeweils zur Hälfte von den Bürgern und den Schülern getragen. Die Erziehungsziele der Schule von Friesland konzentrieren sich auf Wissensvermittlung, die auf einer christlichen, mennonitisch geprägten Basis beruhen. Die geistig und geistliche Förderung der Schüler soll dazu beitragen, Voraussetzungen für das weitere Leben in Bezug auf Verantwortung, Ordnung, Selbstdiziplin, Kreativität und Eigeninitiative zu schaffen, sowie auch für ein mögliches Weiterstudium. |
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Krankenhaus |
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| Vier Jahre nach der Gründung der Kolonie Friesland begann mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Bau eines Gebäudes, das als Entbindungsgebäude dienen sollte. Das Hauptziel war, den Frauen bei der Geburt behilflich zu sein. Dringend erforderlich war auch die Anstellung eines Arztes. Schwere Krankheitsfälle wurden in den ersten Jahren nach Asunción geschickt. Im Laufe der Jahre, auch in Zusammenarbeit mit den Hutterern, konnte mir kräftiger Unterstützung der Bürger ein neues Krankenhausgebäude errichtet werden. Später konnte das „Sanatorio Mennonita“ auch mit modernen Instrumenten und Geräten ausgestattet werden. Das Krankenhaus ist auch nicht nur eine große Hilfe für die Bürger der Kolonie, sondern auch für die Paraguayer in der Umgebung. Die Registrierung im Gesundheitsministerium fand im Jahre 1992 statt. Die Kosten des Krankenhauses werden durch finanzielle Beiträge der Patienten und der Kooperative gedeckt. Seit 1991 gibt es auch ein Krankenversicherung für die Bürger der Kooperative Friesland. Die Kosten der jeweiligen Behandlung der Mitglieder werden durch die Versicherung bezahlt. |
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Sozialhilfe |
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| Die Verantwortung der Sozialarbeit wird von den Gemeinden und der Verwaltung der Kolonie gemeinsam getragen. Die Arbeit wird von einem angestellten Sozialarbeiter und einem Sozialkomitee durchgeführt. Das Sozialkomitee setzt sich aus einem Vertreter der jeweiligen Gemeinden und der Verwaltung zusammen. Die Arbeit des Sozialdienstes ist von großer Wichtigkeit und hat eine sehr positive Auswirkung auf die Gemeinschaft. Der Arbeitsbereich des Sozialdienstes erstreckt sich auf die Arbeit mit älteren Leuten, Vermittlung von Hilfe und Beratung in verschiedenen unerwarteten Notsituationen und Unfällen, Betreuung und Nachbehandlung der entlassenen Patienten aus den Krankenhäusern und sonstiger psychischer Behandlung, Förderung von speziellen Personen und Mitberatung bei der Jungschar-, Jugend- und Frauenarbeit. |
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Altenheim |
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| Die Pioniere der Kolonie Friesland, sowie auch andere ältere Personen, haben die Möglichkeit im Altenheim ihren Lebensabend zu verbringen. Das Altenheim ist für die älteren Leute von großer Bedeutung geworden. 1994 wurde ein neuer Altenheimbau eingeweiht. Genügend Raum steht für die Senioren zur Verfügung. Auch hat man die Möglichkeit, sich in der Nähe des Altenheimes ein Haus zu kaufen oder zu bauen, um auch vom Personal des Altenheimes gepflegt zu werden. Die Kosten dieser Einrichtung werden zum größten Teil von den Bewohnern getragen. | ![]() |
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Wegebau |
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| Eine wichtige Dienstleistung der Kolonie ist die Unterhaltung der Wege innerhalb der Kolonie und zum Teil auch zu den Ländereien der Bürger, die man im Laufe der Jahre käuflich erworben hat. Für ca. 75 km Wegstrecke ist die Wegbauabteilung mit einer Wegmaschine, 2 Traktore und weiteren Hilfsmittel verantwortlich. Für die Wege in den Dörfern sind die jeweiligen Dörfer verantwortlich, die aber größtenteils mit den Maschinen der Kolonie bearbeitet werden. Das ergibt insgesamt eine Bearbeitungsstrecke von 220 km. | ||
Die Gemeinden nehmen in der Gemeinschaft eine bedeutende Stellung ein. Die Funktionen der Gemeinden und Koloniesverwaltung sind oft nicht eindeutig voneinander zu trennen. Ziele der Gemeinde sind unter anderem das Wort Gottes zu lehren und Mission im biblischen Sinn zu treiben. Erbauung und Gemeinschaft der Mitglieder soll gefördert werden. Außer den Gottesdiensten bemüht sich die Gemeinde auch um den Unterhalt der Sonntagsschule, Jungschar, Jungmannschaft, Jugendarbeit, Schwesternverein und sonstigen Lehrkursen.
In der Kolonie Friesland gibt es seit dem Gründungsjahr der Gemeinschaft zwei Gemeinderichtungen, die Mennonitengemeinde und die Mennoniten – Brüdergemeinde. Die Mennonitengemeinde hat ihre Kirche in Central und zählt etwa 300 Mitglieder, während sich das Versammlungshaus der Mennoniten – Brüdergemeinde im Dorf Rückenau befindet. Die Mennoniten – Brüdergemeinde zählt etwa um die 100 Mitglieder.
Außer dem Kirchengebäude stehen beiden Gemeinden noch weitere Gebäude zur Verfügung für den Sonntagsschulunterricht, Jugendstunden, Hochzeiten usw.
Am ersten und dritten Sonntag im Monat versammeln sich die Gemeinden in separater Form. An den übrigen Sonntagen finden die Gottesdienste in den jeweiligen Dörfern statt. Der Gottesdienst besteht normalerweise aus Gemeindegesang, Predigt, Bibelarbeit, Besprechungen, Austausch usw.
Teenager- und Jugendarbeit wird von bestimmten Komitees angeleitet und effektiv durchgeführt. Wöchentlich finden Programm statt, in denen die jungen Leute auf geistlicher und sozialer Ebende betreut werden.
Beide Gemeinden sind in der „Kommission für Kirchenangelegenheiten“ (KfK) vertreten. Dieses Gremium ist für kirchliche Angelegenheiten von gemeinsamen Interesse verantwortlich. Die K.f.K. wurde im Jahre 1948 gegründet. Laut ihren Richtlinien ist diese Institution in erster Linie Vertreterin der Gemeinden der Landesregierung und anderen Glaubensgemeinschaften gegenüber. Auch in administrativer Hinsicht nimmt sie eine bedeutende Stellung in der Organisation der größeren Veranstaltungen ein.
Nachbarschaftshilfe
Die Kolonie Friesland hat seit ihrer Gründung schon mehrere Projekte der Nachbarschaftshilfe durchgeführt. Ziel dabei ist, den hiesigen Nachbarn zu helfen, ihren Lebensstandard zu verbessern. Durch eines der ersten Projekte wurde das Dorf „San Alfredo“ anschließend an Friesland gegründet. In den frühen 90 Jahren gründete man das Dorf „Colonia Amistad“, wo mit Hilfe von landwirtschaftlicher Beratung, Krediten, ärztlicher Betreuung und weiteren Hilfsmassnahmen ca. 80 Familien ein wirtschaftlicher Aufschwung ermöglicht wurde. Im Jahr 2000 begann ein weiteres Projekt für Kleinbauern der Dörfer „San Alfredo“, „Rios Rugua“ und „Costa Tapiracuay“. Den Kleinbauern soll mit Hilfe von Krediten, landwirtschaftlicher und technischer Beratung, ärztliche Betreuung und Weiterbildungskursen ein besserer Lebensstandard ermöglicht werden. Seit 2002 arbeitet Covesap in neun Ortschaften mit rund 700 Familien.
Volendam
Durch die verschiedenen Umstände und Notwendigkeiten und die geographische Nähe, ist die Zusammenarbeit mit der Nachbarkolonie Volendam in den letzten Jahren intensiver geworden. Da beiden Kolonien relativ klein sind, besteht eine große Notwendigkeit der Zusammenarbeit auf dem wirtschaftlichen und kulturellen Gebiet. Die Zusammenarbeit in den letzten Jahren bezog sich hauptsächlich auf dem Wirtschaftsbereich, technische Beratung, Schule und Sport.
CSEM und Gemeindekomitee
Durch das CSEM und dem Gemeindekomitee ist die Kolonie Friesland auch in ständiger Verbindung mit den anderen mennonitischen Kolonien in Paraguay. Dadurch besteht auch der Anschluss an das Mennonitenheim in Asunción, das Sanatorio „Eirene“, Schülerheim in Asunción, Allgemeine Schulbehörde, Lehrerseminar, Berufsschulen usw. Auch die Verbindungen zum „Christlichen Dienst“, die Leprastation auf Km 81, Bibelschulen usw. sind von Bedeutung. Mit den einzelnen Kolonien ist der Kontakt meist auf wirtschaftlichem und kulturellem Bereich.
Integration auf dem nationalen Gebiet.
Die Kolonie Friesland ist weitgehend in das staatliche Verwaltungssystem integriert. Die Kooperative ist gesetzlich anerkannt und dem nationalen Kooperativsgesetz unterordnet, genau so auch die zivile Gemeinschaft. Die Volksschulen und auch die Mittelschulausbildung, „Colegio Friesland“, sind staatlich anerkannt. Die Kolonie untersteht der Munizipalität von Itacurubà del Rosario. Auch das Krankenhaus „Hospital Tabea“ ist im Gesundheitsministerium registriert.
In nächster Umgebung von Friesland wohnen ca. 80.000 Paraguayer. Man ist darum bemüht, trotzdem dass man den eigenen Glauben und Tradition beibehält, sich in der Umgebung zu integrieren. Einen positiven Beitrag für Paraguay zu liefern und als musterhaftes Beispiel in der Umgebung darzustehen, ist die Herausforderung für Friesland in der Zukunft.
Der Sportverein in Friesland, „Deportivo Estrella“, wurde im Jahre 1956 von sportbegeisterten Personen ins Leben gerufen. Im Laufe der Jahre hat er sich zu einem attraktiven Sport- und Beschäftigungsplatz entwickelt. Besonders auch für die Jugend bietet er Möglichkeiten für eine kreative Abwechslung und Freizeitgestaltung. Der Sportverein hat keine festen Mitglieder und die Kosten werden von freien Beiträgen und sonstigen Einnahmen getragen. Die organisatorischen Angelegenheiten werden von einem Komitee durchgeführt.
Der Sportverein besitzt ein gut beleuchtetes Fußball- und Volleyballfeld, ein Hallenfußballfeld und einen großen Saal für kulturelle Veranstaltungen. Alle kolonialen und interkolonialen sportliche Ereignisse finden auf diesem Platz statt. Auch Schülerabende, Musikfestivals, Sketch- und Theaterabende, Koloniessitzungen, Erntedankfeste, Hochzeiten und Fortbildungsveranstaltungen finden im Saal des Vereins statt.

